D-One GoldCup 2026 Portmouth

Der diesjährige D-One Goldcup fand heuer beim Royal Western Yacht Club (RWYC) im “Sound von Plymouth” an der Südwest-Küste Englands statt. Unter den 16 Teilnehmern fanden sich neben den Locals auch je ein Segler aus der Schweiz, aus Frankreich, aus Deutschland und Jörg Deimling aus Österreich ein. Nach einer Anreise mit Auto samt Hänger quer durch halb Europa und anschließend mit der Fähre in Plymouth gut angekommen, blieben noch 2 Tage zum Trainieren und Eingewöhnen an das Revier. Erster Hinweis der Locals: „Slipwagerl beim Slipen wieder ganz rauf auf den Bootsplatz zurückbringen, da sich sonst die kommende Flut das Slipwagerl holt“. Bei einem Tidenhub von bis zu 4 Metern ein äußerst guter Tip. Am Sonntag war es dann so weit und bei traumhaftem britischem Wetter mit Sonnenschein, 28°C und Seabreeze, wurden die ersten 3 Wettfahrten gesegelt. Jörg Deimling startete dabei mit einem soliden Streichresultat (OCS) in die Serie. Merke, die Strömung durch auslaufendes Wasser kann einen sehr nahe zur Startlinie schieben :-(.
Die Seabreeze vor Plymouth kann übrigens ausgezeichnet mit einem Traunsee-West in Punkto Winddreher mithalten. Vor allem bei schwächer werdender Thermik gab es einige Überraschungen und unerwartete Änderungen in den Platzierungen. Es blieb nach dem ersten Tag bei einem unbefriedigenden 12ten Gesamt-Rang für Jörg. Aber die Streicher kommen ja noch.
Am folgenden Tag gab es eine „Drohung“ der Wettfahrtleitung, nämlich bis zu 5 Wettfahrten segeln zu wollen, was auf wenig Zuspruch der Teilnehmer stieß. Die Kontrolle über die Anzahl der Wettfahrten übernahm aber dann die Seabreeze, es wurden 4 wunderschöne Wettfahrten gesegelt und Jörg konnte mit den Plätzen 3, 2, 5, 8 den Anschluss an die Spitze der Gesamtwertung wieder herstellen.
Das an diesem Abend stattfindende Segleressen war für einen Royalen Yacht Club sehr familiär. Die Crew der Wettfahrtleitung stand am Griller und zauberte Burger und Pulled-Pork auf unsere Teller. Auch die Bierauswahl war unerwartet. Es gab Bier aus Dänemark, Irland, Italien und ein warmes?! Ale als lokale Vertretung aus England. Das italienische Bier fand den meisten Anklang und die Kontinental Europäer genossen den Tagesausklang auf dem Clubbalkon in der Abendsonne bei eben diesem Bier. Ein Englischer Segler fragte dabei ungläubig „Did you not have enough sun today?” Hitzewellen und Sonnenstunden werden schließlich unterschiedlich gesehen und gefühlt 😊.
Für den 3ten und letzten Wettfahrttag war Starkwind mit bis zu 28 Knoten aus Süd angesagt. Aus Süd bedeutet dabei auch eine erhebliche Welle und Schwell. Wärend diese Bedingungen nicht unbedingt zu den Stärken eines Salzkammergut Seglers gehören, jubilierten die Engländer über endlich solides Segeln. Die Wettfahrtleitung kündigte noch an, diese letzten Wettfahrten außerhalb des vor dem Plymouth-Sound liegenden Wellenbrechers zu absolvieren. Für Wellensurfen sollte also gesorgt sein. Die meteorologische Realität ist aber auch auf der Britischen Insel nicht viel anders als bei uns. Vom angekündigten Sonnenschein, Starkwind und Welle, blieb nur die Welle. Nach einer kurzen Wartepause stabilisierte sich der Wind bei rund 8-10 Knoten und das auf die Welle rauf und die Welle runter Segeln machte richtig Spaß. In den beiden letzten Wettfahrten entwickelte sich ein Zweikampf um den Titel. Die beiden britischen Segler Nick Craig und Alistair Coates umkreisten sich in bester Match-Race Manier. Es war sehr spannend dabei zuzusehen, wie sich die Beiden derart durch das Fleetrace Feld matchten. Zwei wichtige learnings dabei: 1. Komm den Beiden nicht zu nahe, 2. Vergiss nicht auf deinen eigenen Start 😉
In der letzten Wettfahrt brachte eine Gewitterwolke dann doch noch den vorhergesagten Wind und eine äußerst fordernde und mit Action geladene Wettfahrt. Jörg konnte mit den Plätzen 3, 6, 6 die Serie abschließen und sich somit den soliden 5ten Gesamtrang sichern. In Summe eine gelungene Veranstaltung mit einem guten Resultat.
Am kommenden Wochenende steht noch die Englische Meisterschaft in der D-One Klasse hier im RWYC auf dem Plan. Und dann geht’s wieder 2000km nach Hause.
Jörg aus Plymouth.
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