Vom 10. bis 16. Mai waren Christian Spießberger und Maximilian Reisinger bei der Soling-Weltmeisterschaft am Balaton im Einsatz. Der See zeigte sich in dieser Woche von allen Seiten: Temperaturen zwischen 7 und 27 Grad, Wind von 3 bis über 40 Knoten, Regen, Sonne und äußerst wechselhafte Bedingungen forderten die Teams jeden Tag aufs Neue.
Schon am ersten Regattatag wartete der Balaton mit seinem vollen Programm auf. Bei 20 bis 25 Knoten Grundwind und Böen von über 35 Knoten musste die Crew hart arbeiten. Auch für die Bojenleger war es ein anspruchsvoller Tag, da der Wind mehrmals Luv- und Leetonnen losriss. Dadurch mussten sowohl die erste als auch die zweite Wettfahrt mehrfach neu gestartet werden. Aufgrund der starken Belastung und Unterkühlung der Crew verzichtete das SCA-Team AUT 100, ebenso wie acht weitere Teams, auf den Start zur zweiten Wettfahrt. Damit war der Streicher bereits früh verbraucht und für die kommenden Tage durfte kaum noch etwas schiefgehen. (W1: 11. Platz / W2: DNS)
Am nächsten Morgen folgte die nächste Herausforderung: Der Mittelmann (Leopold Berner) konnte aufgrund gesundheitlicher Probleme nicht weitersegeln. Glücklicherweise war aus Leipzig ein Ersatzmann mitgereist, der für den Rest der Woche einsprang. Trotz der Umstellung an Bord zeigte sich das Team kämpferisch. Der Balaton blieb anspruchsvoll und bescherte dem Feld erneut 15 bis 20 Knoten Wind. AUT 100 beendete die Wettfahrten des Tages auf den Plätzen 14 und 10. (W3: 14. Platz / W4: 10. Platz)
Nach zwei windreichen Tagen kam am dritten Tag endlich der passende Wind für AUT 100. In beiden Wettfahrten segelte das Team stark und behauptete sich konsequent im vorderen Feld. Bereits in der ersten Tageswettfahrt gelang mit Platz 4 ein hervorragendes Ergebnis. In der zweiten Wettfahrt des Tages lief es noch besser: AUT 100 startete als einziges Boot am Startschiff, arbeitete sich auf der rechten Seite nach Luv und rundete die Luvtonne erneut in den Top 5. Bis zur dritten Kreuz blieb das Team vorne dabei. Kurz vor der Tonne bewies Christian ein gutes Gespür, erkannte eine Böe und wendete um sie zu erwischen. Diese brachte AUT 100 an die Layline. Während die Konkurrenz auf der anderen Seite weniger Druck hatte, konnte sich AUT 100 vorbeischieben und den gewonnenen Vorsprung souverän ins Ziel bringen. Das Ergebnis war ein viel umjubelter Wettfahrtsieg. (W5: 4. Platz / W6: 1. Platz)
Der vierte Tag begann mit Warten. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde keine Wettfahrt zustande kommen, doch schließlich setzte noch Wind ein. Bei zunächst 7 bis 12 Knoten segelte AUT 100 auf Platz 9. Vor dem nächsten Start nahm der Wind zu, was bereits für Unruhe im Feld sorgte. Was danach kam, konnte jedoch niemand ahnen: 1 Minute vor dem Start zog plötzlich eine Böe mit über 40 Knoten durch das Starterfeld. AUT 100 passte sich schnell an die neuen Bedingungen an. Bis zur Luvtonne beruhigte sich der Wind wieder auf etwa 20 Knoten. Am Ende stand ein solider 6. Platz. (W7: 9. Platz / W8: 6. Platz)
Auch am letzten Tag wurde es noch einmal nass. Am Vormittag war noch blauer Himmel zu sehen, doch gegen Mittag setzte Nieselregen ein, der rasch in kräftigen Regen überging. AUT 100 startete mit einem starken 5. Platz in den Tag. In der letzten Wettfahrt konnte das Team die Starke Serie der vergangenen Rennen nicht halten und erreichte Platz 14. In der Gesamtwertung bedeutete das den sehr guten 8. Platz – nur einen Punkt hinter Rang 7 und sieben Punkte hinter Rang 6. (W9: 5. Platz / W10: 14. Platz)
Unter den schwierigen Bedingungen kann AUT 100 mit dieser Leistung sehr zufrieden sein. Nach dem krankheitsbedingten Wechsel des Mittelmanns bereits nach dem ersten Tag, einen Wettfahrtsieg und eine Top-10-Platzierung bei einer Weltmeisterschaft zu erreichen, ist eine starke Leistung. Das Team zeigte Kampfgeist, gutes Bootshandling und Nervenstärke – und vertrat den Club am Balaton hervorragend.
(c) Maximilian Reisinger
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